Eine neue Studie, veröffentlicht von Forschenden der Australian Catholic University, zeigt einen beunruhigenden Kreislauf, in dem Bildschirme sowohl emotionale als auch verhaltensbezogene Probleme bei Kindern verursachen und gleichzeitig lindern.
Die Untersuchung, an der über mehrere Jahre fast 300.000 Kinder beteiligt waren, identifiziert vor allem Videospiele als Hauptauslöser dieser Probleme. Diese Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, die Auswirkungen digitaler Geräte auf die emotionale Entwicklung von Kindern zu verstehen.
„Die Bildschirmnutzung kann das Risiko erhöhen, dass Kinder sozioemotionale Probleme entwickeln, und Kinder mit solchen Problemen fühlen sich wiederum zu Bildschirmen hingezogen – möglicherweise, um ihre Belastung zu bewältigen“, erklären die Forschenden in ihrem Bericht.
Dieses Verhalten kann schädlich sein, weil es ihnen den Erwerb gesünderer Bewältigungsstrategien verwehrt, etwa das Gespräch mit den Eltern oder körperliche Aktivitäten.
Faktoren, die bildschirmbezogenes Verhalten prägen
Ältere Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren zeigten sich anfälliger für bildschirmbedingte Probleme als die Gruppe der Null- bis Fünfjährigen und stellen damit gängige Annahmen infrage.
Diese höhere Anfälligkeit hängt mit ihrer größeren Unabhängigkeit zusammen, die es ihnen erlaubt, selbst zu entscheiden, wie und wann sie Geräte nutzen. Sie greifen häufig zu Bildschirmen, um emotionales Unbehagen zu regulieren.
Auch geschlechtsspezifische Unterschiede wurden festgestellt: Mädchen reagierten stärker negativ auf eine allgemeine Bildschirmnutzung, während Jungen eher Probleme durch exzessives Gaming entwickelten.
Screen-Gewohnheiten beim Aufziehen von Kindern neu denken
Die Studie legt nahe, dass es nicht ausreicht, die Bildschirmzeit schlicht zu begrenzen. Eltern sollten stattdessen die zugrunde liegenden emotionalen Probleme angehen und alternative Bewältigungsstrategien fördern.
Digitale Geräte können zwar kurzfristig Entlastung bringen, helfen Kindern jedoch nicht, langfristige Resilienz aufzubauen.
Eltern sollten aufmerksam beobachten, wann Gadgets zur Standardlösung bei emotionalem Stress werden, und berücksichtigen, was dabei verdrängt wird.
Für die Analyse wurden Kinder aus mehreren Ländern und Kulturen über Zeiträume von sechs Monaten bis zu mehreren Jahren begleitet. Diese umfassende Auswertung liefert wertvolle Einblicke darin, wie Bildschirme die emotionale Entwicklung von Kindern prägen.
Eltern in Deutschland wird geraten, die bildschirmbezogenen Gewohnheiten und Verhaltensweisen in ihren Haushalten genau zu beobachten und ausgewogenere, reflektiertere Wege zu suchen, digitale Geräte in den Alltag ihrer Kinder einzubinden.